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Formation und Grading in der Lithium-Ionen-Batterieherstellung
Formation und Kapazitätsbewertung gehören zu den letzten und kritischsten Phasen bei Lithium-Ionen-Batterieherstellung Obwohl diese Schritte erst nach der Elektrodenherstellung und dem Zellaufbau erfolgen, beeinflussen sie die elektrochemische Stabilität, die Sicherheit, die Konsistenz und die Lebensdauer des Endprodukts maßgeblich. In der industriellen Fertigung Batterieproduktionslinien Der Formierungsprozess aktiviert die Batterie zum ersten Mal, während der Klassifizierungsprozess die Zellen anhand messbarer elektrischer Parameter bewertet und klassifiziert.
Aus ingenieurtechnischer Sicht handelt es sich bei diesen Vorgängen nicht um einfache Lade- und Testverfahren. Jeder Schritt – Elektrolytbefüllung, Alterung, Formierung, Nachbefüllung, K-Wert-Bestimmung und Kapazitätsklassifizierung – basiert auf elektrochemischen Mechanismen, Stofftransportverhalten, Gasentwicklung und Qualitätskontrollanforderungen. In modernen Batteriefabriken muss die Gestaltung dieser Prozesse in die Gesamtplanung der Produktionslinie, die Anlagenkapazität und die angestrebten Leistungsspezifikationen integriert werden. Bei Herstellern, die neue Anlagen errichten, werden diese Schritte typischerweise als Teil eines umfassenden Prozesses implementiert. Lösung für die Lithiumbatterie-Produktionslinie , Wo Formationssysteme , Alterungsräume und Sortiermaschinen werden entsprechend den Kapazitäts- und Chemieanforderungen konfiguriert.
Dieser Artikel bietet eine detaillierte technische Erklärung jedes einzelnen Schrittes im Prozess der Formation und Kapazitätsklassifizierung sowie die physikalischen und chemischen Gründe für die jeweiligen Arbeitsschritte.
1. Erste Elektrolytbefüllung nach der Zellmontage
Nachdem der Elektrodenstapel bzw. die Elektrodenrolle in das Zellgehäuse eingesetzt wurde, muss die erste Elektrolytbefüllung erfolgen. In der industriellen Terminologie wird dieser Schritt als erste Befüllung bezeichnet, da im weiteren Verlauf des Prozesses eine zweite Befüllung erforderlich ist.
Beim ersten Befüllen wird die montierte Zelle in eine Vakuumfüllkammer eingesetzt. Die Kammer wird evakuiert, um einen Unterdruck in der Zelle zu erzeugen. Sobald der Innendruck ausreichend niedrig ist, wird das Elektrolytventil geöffnet, und der Elektrolyt strömt aufgrund des Druckunterschieds in die Zelle. Dieses Verfahren gewährleistet ein effizienteres Eindringen des Elektrolyten in die Separatorporen und die Elektrodenstruktur als bei einfacher atmosphärischer Befüllung.
Der erste Befüllvorgang dient nicht nur der Einbringung von Elektrolyt, sondern auch der Sicherstellung einer gleichmäßigen Benetzung der porösen Elektroden. Eine unzureichende Benetzung kann zu einem hohen Innenwiderstand, einer ungleichmäßigen SEI-Bildung und Kapazitätsverlusten in späteren Phasen führen.
2. Hochtemperaturalterung zur Verbesserung der Elektrolytbenetzung
Zellen können nicht direkt nach der ersten Befüllung geladen werden. Jeder, der schon einmal mit Knopfzellen oder Laborzellen gearbeitet hat, weiß, dass frisch montierte Batterien eine gewisse Zeit ruhen müssen, damit der Elektrolyt vollständig in die Elektroden eindringen kann. In der industriellen Fertigung wird dieser Schritt als Hochtemperaturalterung bezeichnet.
Die Zellen werden für eine bestimmte Zeit in einem kontrollierten Hochtemperatur-Alterungsraum platziert, um die Elektrolytdiffusion in die Elektrodenporen zu beschleunigen. Eine ausreichende Benetzung ist für die stabile SEI-Bildung während des nachfolgenden Formierungsprozesses unerlässlich.
Während der Alterung ist die Zelle noch nicht dauerhaft abgedichtet. Daher muss die Einfüllöffnung mit einem temporären Verschlussstift verschlossen werden. Ohne diese temporäre Abdichtung kann es aufgrund hoher Temperaturen zur Verdunstung des Elektrolyten kommen, was Konzentrationsänderungen, Leistungsinstabilität und potenzielle Sicherheitsrisiken zur Folge haben kann.
Tabelle 1 – Zweck der Hochtemperaturalterung
|
Parameter |
Technischer Zweck |
Auswirkungen auf die Batterie |
|
Erhöhte Temperatur |
Erhöhung der Elektrolytdiffusionsrate |
Verbessert Benetzungsgleichmäßigkeit |
|
Ruhezeitkontrolle |
Vollständiges Eindringen der Elektroden sicherstellen |
Verringert Formationsfehler |
|
Vorübergehende Abdichtung |
Verhindern der Verdunstung von Elektrolyten |
Erhält die Elektrolytzusammensetzung |
|
Kontrollierte Umgebung |
Kontamination vermeiden |
Verbessert die Konsistenz |
3. Bildungsprozess und SEI-Filmbildung
Nach der Alterung durchlaufen die Zellen den Formationsprozess, die erste elektrochemische Aktivierung der Batterie. Hauptziel der Formation ist die Bildung einer stabilen Festelektrolyt-Grenzschicht (SEI) auf der Oberfläche der negativen Elektrode.
Beim ersten Ladevorgang zersetzt sich der Elektrolyt an der Graphitoberfläche und bildet eine dünne, aber dichte SEI-Schicht. Diese Schicht lässt Lithiumionen passieren und verhindert gleichzeitig eine weitere Zersetzung des Elektrolyten. Die Qualität des SEI-Films bestimmt direkt die Zyklenlebensdauer, den Innenwiderstand und die Sicherheit.
Um einen qualitativ hochwertigen SEI-Film zu erhalten, wird die Bildung üblicherweise mit einem mehrstufigen Stromprofil durchgeführt.
|
Schritt |
Aktuelles Niveau |
Zweck |
|
Anfangsgebühr |
Niedriger Strom |
dichte SEI-Schicht bilden |
|
Zwischenladung |
Mäßige Strömung |
Schnittstelle stabilisieren |
|
Endgebühr |
Höherer Strom |
Anpassung an die realen Arbeitsbedingungen |
|
Ruhe / Entladung |
Kontrolliert |
Stabilität prüfen |
Bei der Formierung entsteht Gas, da durch die Zersetzung des Elektrolyten Gase wie CO₂ und Kohlenwasserstoffe gebildet werden. Um eine Gasansammlung an der Elektrodenoberfläche zu vermeiden, wird in der industriellen Produktion häufig die Unterdruckformierung eingesetzt, bei der das Gas während des Prozesses abgeführt wird.
Gaseinschlüsse zwischen den Elektrodenschichten können die Transportwege von Lithiumionen blockieren, was zu einer ungleichmäßigen SEI-Bildung und Leistungsunterschieden zwischen den Zellen führt.
In modernen Fabriken werden Formationssysteme gemeinsam mit den
Anlagen zur Batteriebildung und -klassifizierung, die eine präzise Stromregelung, Temperaturstabilität und Gasmanagement gewährleisten.
4. Sekundärelektrolytfüllung
Nach der Zellbildung erfolgt eine zweite Elektrolytfüllung der Zelle.
Dieser Schritt ist aus zwei Hauptgründen erforderlich:
Die SEI-Bildung verbraucht einen Teil des ElektrolytenDie Bildung von Unterdruck entfernt einen Teil des Elektrolyten zusammen mit dem Gas.
Dadurch sinkt die Elektrolytmenge in der Zelle unter den Sollwert. Eine Nachfüllung gleicht dies aus. e-Verlust und gewährleistet das korrekte Elektrolytvolumen.
Der Vorgang ähnelt dem ersten Befüllvorgang, jedoch ist die Füllmenge geringer. Nach dem zweiten Befüllen wird die Einfüllöffnung verschweißt, um die Zelle dauerhaft zu verschließen.
Tabelle 2 – Vergleich der ersten und zweiten Füllung
|
Artikel |
Erste Füllung |
Zweite Füllung |
|
Zweck |
Erstbenetzung |
Ele ctrolyte-Entschädigung |
|
Elektrolytvolumen |
Gesamtbetrag |
Teilbetrag |
|
Timing |
Nach der Montage |
Nach der Bildung |
|
Dichtungsstatus |
Vorübergehend |
Dauerhaft nach dem Füllen |
5. OCV-Messung und Hochtemperatur-K-Wert-Test
Nach der Versiegelung muss die Zelle vor der Kapazitätsklassifizierung zwei Leerlaufspannungsmessungen (OCV) durchlaufen.
Ziel ist die Berechnung des Hochtemperatur-K-Werts, der die Selbstentladungsrate der Batterie beschreibt.
Die Formel lautet:
K = (OCV1−OCV2) / (T2−T1)
Einheit: mV/h
Die Zelle wird zwischen den beiden Messungen bei erhöhter Temperatur gelagert. Ein hoher K-Wert deutet auf einen anormalen Spannungsabfall hin, der durch interne Leckströme, Verunreinigungen oder Mikrokurzschlüsse verursacht sein kann.
Zellen mit einem zu hohen K-Wert müssen vor der Bewertung entfernt werden.
Tabelle 3 – Interpretation des Hochtemperatur-K-Werts
|
K-Wert-Niveau |
Mögliche Ursache |
Aktion |
|
Niedrig |
Normale Selbstdiagnose Ladung |
Akzeptieren |
|
Medium |
Geringfügige Verunreinigung |
Monitor |
|
Hoch |
Mikrokurzschluss |
Ablehnen |
|
Sehr hoch |
Interner Defekt |
Schrott |
6. Kapazitätsklassifizierung (Formationstestzyklen)
Die Kapazitätsbewertung ist der Prozess des Ladens und Entladens der Zelle, um Kapazität, Innenwiderstand und Wirkungsgrad zu messen.
In der industriellen Produktion wird die Sortierung üblicherweise bei relativ hohem Strom (0,5C–1C) durchgeführt, um die tatsächlichen Betriebsbedingungen zu simulieren.
Anschließend werden die Zellen nach ihrer gemessenen Kapazität in verschiedene Qualitätsstufen sortiert.
Beispielklassifizierung:
|
Grad |
Kapazitätsbereich |
Anwendung |
|
A |
Höchste Kapazität |
Hochleistungspaket |
|
B |
Standard |
Norm al Produkte |
|
C |
Geringere Kapazität |
Sekundärnutzung |
|
Ablehnen |
Außerhalb der Spezifikation |
Schrott |
Sortiermaschinen müssen eine präzise Stromregelung, Temperaturkontrolle und hohe Kanalkonsistenz gewährleisten, weshalb sie normalerweise in ein System integriert werden.
Batteriepilotlinie oder Produktionslinienlösung, anstatt als eigenständiges Gerät eingesetzt zu werden.
7. K-Wert-Test bei Raumtemperatur nach Depolarisation
Nach der Bewertung können die Zellen nicht sofort erneut getestet werden. Die Batterie muss bei Raumtemperatur ruhen, um die Depolarisation zu ermöglichen.
Unmittelbar nach dem Laden und Entladen sinkt die Spannung aufgrund der Entspannung des Elektrodenpotenzials rasch ab. Wird die Leerlaufspannung (OCV) unmittelbar danach gemessen, ist der berechnete K-Wert künstlich hoch.
Daher werden die Zellen so lange gelagert, bis sich die Spannung stabilisiert hat. Anschließend wird bei Raumtemperatur ein zweiter K-Wert-Test durchgeführt.
Dieser Test entfernt zudem defekte Zellen vor dem Versand.
8. Endgültige Freigabe qualifizierter Zellen
Nach Abschluss:
- Erste Füllung
- Altern
- Formation
- Zweite Füllung
- Hochtemperatur-K-Test
- Kapazitätsklassifizierung
- K-Test bei Raumtemperatur
Die Zellen können ab Werk freigegeben werden.
Obwohl diese Schritte am Ende des Prozesses erfolgen, entscheiden sie darüber, ob die Batterie ihre Konstruktionsspezifikationen erfüllt. Unvollständige Formierung, mangelhafte Benetzung, unzureichender Elektrolytgehalt oder ungenaue Sortierung verringern direkt die Zyklenlebensdauer und die Zuverlässigkeit.
Aus diesem Grund ist die Formierungs- und Sortierungsabteilung oft der energieintensivste, zeitaufwändigste und geräteintensivste Teil einer Batteriefabrik und muss bereits in der frühen Phase der Anlagenplanung berücksichtigt werden.
Über TOB NEUE ENERGIE
TOB NEUE ENERGIE ist ein globaler Komplettanbieter für die Batterieherstellung und deckt dabei Laborforschungslinien, Pilotanlagen und Produktionsanlagen im industriellen Maßstab ab. Das Unternehmen bietet Fabrikplanung, Anlagenbau, Prozessintegration, Installation, Inbetriebnahme und technische Schulungen für Lithium-Ionen-, Natrium-Ionen-, Festkörper- und Batterietechnologien der nächsten Generation.
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